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mikrofisch - monsters of the universe


Weltenrettung für lau

Mikrofisch verschenken zwei Alben: Auf “Masters Of The Universe” spielen sie selbst großspurige Minimalelektronik, auf “Monsters Of The Universe” werden sie von ihren Freunden nachgesungen

Viel wird heute geredet über neue Möglichkeiten, Musik zu verbreiten. Um die Musik geht es dabei kaum, eher um die Frage des Geldflusses: Wie kommen Künstler, Plattenfirmen, Distributeure und all die anderen Beteiligten an ihren Lohn – in einer Zeit, in der das Produkt Musik sich angeblich schlecht verkauft, weil es unendlich und ohne Qualitätsverlust vervielfältigt werden kann und ohnehin an jeder Internetecke umsonst zu bekommen ist. Dass es jedoch längst nicht wertlos ist, beweisen die Umsätze großer Plattenfirmen und Internethöker.

Die Band Mikrofisch und ihr Label Komakino gehen einen dritten Weg: Sie verschenken die Musik. Seit einiger Zeit kann man Masters Of The Universe, das zweite Album der Band, von der Internetseite des Labels herunterladen – ganz ohne Kreditkarte oder schlechtes Gewissen. Dafür aber mit einer hübsch gestalteten Hülle zum Ausdrucken. Auf dem gleichen Weg kommt man nun an Monsters Of The Universe. Die Ähnlichkeit des Titels ist kein Zufall, denn hier sind Freunde der Band zu hören, die ihre Lieblingslieder von Mikrofisch neu einspielten.

Fühlen wir den geschenkten Gäulen auf den Zahn:

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Die auf Monsters Of The Universe zusammengetragenen Neuinterpretationen sind im Geiste der Originale eingespielt, aber meist mit ganz anderen Mitteln. Statt des Casiotone erklingen viele gezupfte Gitarren. Die Band Plaste und Elaste verwandelt den Tanzbodenbrecher Focus On It in einen schwingend geflöteten Blues und zerrt das Stück von den frühen Neunzigern in die Siebziger. Peer singt an der unverstärkten E-Gitarre Mikrofischs Hymne auf die eigene musikalische Sozialisation Let’s Kiss And Listen To Bis nach. “Dinosaur Jr, Afghan Whigs, Sonic Youth, always told the truth”, heißt es im Original, Peer mochte lieber deutsche Rockmusik: “Komm Küssen und zu Blumfeld vermissen / Tun wir so, als wäre Sechsundneunzig und tanzen zu Tocotronic.” Nur manchmal wird es laut, Lattekohlertor etwa spielen eine flotten Elektropunk, und die holländische Band mit dem tollen Namen The USA verziert Alien Monsters mit recht ordentlichem Gitarrengedengel. Auch auf Monsters Of The Universe gibt es diese feinsinnigen Verschiebungen, die einen zum Schmunzeln bringen. The Green Apple Sea singen “Modulation is a state of mind, Drum machines will save mankind” – und stimmen dazu einen schunkeligen Folk an, statt der Maschine klatscht der Mensch in die Hände.

Will ich das eigentlich haben, fragt man sich vor dem Kauf eines Albums. Und hier nun? Zwei Klicks, und 25 Stücke liegen auf der Festplatte. Ein paar Klicks mehr und der restliche Katalog des Labels Komakino liegt vollständig daneben – zwei Minialben von Eerie und vier Singles von Mawe N. Klawes Zweitband The Voltarenes. Da stellt sich doch eine ganz andere Frage: Will ich das eigentlich hören? Das muss jeder selbst herausfinden, und so lernt man im schieren Überfluss des Möglichen doch wieder zuzuhören. Und was nicht gefällt, kann guten Gewissens gelöscht werden, da sein einziger Wert in sich selbst liegt. Musik ist kein Produkt mehr, wie befreiend das ist.

Und Mikrofisch löscht man so schnell ohnehin nicht.

“Masters Of The Universe” und “Monsters Of The Universe” von Mikrofisch sind bei Komakino erschienen.

Jan Kühnemund

Zeit Musikblog
http://blog.zeit.de/tontraeger/2009/01/07/weltenrettung-fur-lau_1413


ein tribute album, dass gar keines ist! großartig. mikrofisch haben ihr 2007er album Masters of the Universe von freunden und bekannten einspielen lassen. großartig. und wie schon beim original: das komplette album gibt es mal wieder für umme zum download. großartig. unter den zahlreichen künstlern sind auch bekannte nasen wie peer, Subterfuge, Supershirt, The Voltarenes und archie müller von schinderwies vertreten. großartig!

und nun meine kinder: so ladet das album, öffnet eure öhrchen und seiet glücklich. es wird großartig sein!

rote raupe
http://www.roteraupe.de/neues/1460


Mikrofisch haben ihr 2007er Album “Masters of the Universe” von Freunden und Bekannten neu einspielen lassen. Das ganze ist eine gelungene Mischung durch den Indiegarten. Und na klar: das komplette Album gibt es kostenlos zum Download.

byte.fm
http://bytefm.blogsport.de/